wil-Ortsnamen entlang eines alten Weges?

Interessant ist ein Blick auf den Mörschwiler Ortsplan, wenn man sich die im westlichen Gemeindegebiet liegenden -wil-Namen vor Augen hält (Reggenschwil, Enggwil, Hagenwil): Sie liegen möglicherweise entlang eines alten Weges, der von Arbon herkommend über Gommenschwil (Gemeinde Wittenbach SG) und durch das Steinachtobel nach St.Gallen führte. Das dort in einem abgelegenen Tal um 719 gegründete Kloster gehörte zunächst zum Bistum Konstanz. Möglich ist, dass der alte Verbindungsweg von Konstanz-Arbon ins Kloster St.Gallen über Mörschwil führte. Es erscheint logisch, dass Siedlungen in unserem Gebiet entlang der Verbindungswege entstanden, was erklären würde, weshalb die -wil-Namen Reggenschwil, Enggwil und Hagenwil (sowie das auf Wittenbacher Territorium liegende Gommenschwil) sich an einem noch heute bestehenden Weg nach St.Gallen befinden (siehe folgenden Kartenausschnitt). Interessant ist ja, dass die -wil-Orte, deren Gründung in die zweite Landesausbau-Phase zurückgeht (8. bis 11. Jahrhundert), die ältesten in unserer engeren Region vorkommenden germanischen Ortsnamen tragen, und dass deren Aufkommen im 8. Jahrhundert zeitlich mit der Gründung des Klosters St.Gallen zusammenfällt. Die anderen -wil-Namen der Gemeinde (zum Beispiel Beggetwil) liegen zwischen Mörschwil SG und Goldach SG (erste Erwähnung 789) bzw. Rorschach SG (erste Erwähnung 850).


Abbildung: wil-Ortsnamen am Weg zwischen Arbon und St.Gallen