Waldschwestern

Im Flurnamenmaterial der Gemeinde Mörschwil SG finden sich zahlreiche Belege für eine Anwesenheit von Ordensschwestern: Nonnenchehr, Nonnenbumert, Nonnenbrünnlein, Nonnensteg, Nonnentobel. Dies mag zunächst erstaunen, da auf Gemeindegebiet kein Kloster nachweisbar ist. Aus historischen Urkunden ist aber bekannt, dass so genannte Waldschwestern im Steinachtobel (erwähnt 1250) und im Hundtobel (erwähnt 1417) gelebt haben. Auch wenn die Ordensschwestern im 1616 in Rorschach SG gegründeten (und 1905 nach Tübach SG verlegten) Kloster St.Scholastika vereint wurden, lebt die Erinnerung an das Wirken der Schwestern in den Flurnamen bis heute nach.

Seit 2001 steht im Hundtobel an der Stelle, an der sich das ehemalige Waldschwesternhaus befand, ein schlichter Gedenkstein (vgl. die Abbildungen). Archäologische Sondierungen brachten 1999 die Überreste von Sockelmauern des 1616 abgebauten Hauses zum Vorschein. Interessant ist, dass der immer noch gebräuchliche Flurname Nonnentobel nicht etwa dort zu lokalisieren ist, wo sich das Waldschwesternhaus befunden hatte.

  Abbildung: Gedenkstein (Eigenes Foto)

  Abbildung: Zugang zum ehemaligen Waldschwesternhaus (Eigenes Foto)

Abbildung: Der Nonnensteg im Steinachtobel. Selbstverständlich nicht durch die Nonnen errichtet, sondern ....

... durch eine Sappeuren-Kompanie der Schweizer Armee. (Eigenes Foto).