Waldnutzung

Die Waldfläche in Mörschwil SG hat sich - wie sich aus den Ortsnamen ergibt - im Laufe der Zeit stark verändert. Während die Bauern dem Wald durch Rodung während Jahrhunderten Kulturland abgerungen hatten (vgl. dazu die Rodungs-Ortsnamen im Kapitel Siedlungsentwicklung), ist der Wald vor allem im 19. und 20. Jahrhundert erneut vorgerückt. So finden sich auf der Ehrat-Karte von 1781 viele Waldwiesen, Äcker und auch Rebberge eingezeichnet, welche heute wieder mit Wald bestockt sind. Das zeigt sich auch am Flurnamen-Material: Viele - meist erloschene - Ortsnamen im heutigen Waldgebiet zeugen von früherer Nutzung als Wies-, Weide- oder Ackerland, zum Beispiel Baschonenwaid.

Im Gegensatz zu heute war früher zudem die Grenze zwischen Wald und Kulturland weniger scharf. Wald wurde selbstverständlich immer zur Holzgewinnung genutzt, was sich auch darin zeigt, dass in den urkundlichen Ortsnamen von Mörschwil SG häufiger von 'Holz' (17x) als von 'Wald' (3x) die Rede ist. Früher wurden Waldflächen indes auch für das Jagen und Sammeln, für das Gewinnen von Reisig (vgl. Chräsholz ) oder für das Mästen von Kleinvieh genutzt.

Abbildung: Abschnitt des Steinachtobels (Ehrat-Karte 1781) zwischen Hagenwil und Enggwil; statt wie heute Wald dominiert Weideland, und sogar eine (ehemalige)
Rebhalde ist eingezeichnet.

Quellen:
- Ehrat, J. N. (1781). Lehenbuch der Gemeind Mörschwil. Band 52 [Landkarten]. Massstab ca. 1:4'000.
- Helvetischer Kataster (1802). Gemeinde Mörschwil.
- Nyffenegger, E. & Graf, M. (2007). Thurgauer Namenbuch. Die Flurnamen des Kantons Thurgau. Frauenfeld: Huber.
- Spiess, E. (1976). Mörschwil zwischen Bodensee und St.Gallen. Ein Dorf im Strom der Zeit 760 – 1900. 2 Bände. Politische Gemeinde Mörschwil (Hrsg.).