Nahrungsmittelindustrie

Auch in Mörschwil SG gab es vereinzelte industrielle und gewerbliche Betriebe der Nahrungs- und Genussmittelproduktion. Im 19. Jahrhundert ist zum Beispiel eine Teigwarenfabrik bezeugt, und Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in der ehemaligen Schifflistickerei von Ed. Ackermann (Gebiet Bahnhof - Hueb) Schokolade und Confiserie hergestellt. 

Abbildung: Erinnerung an die Schokoladenherstellung in Mörschwil (Quelle: Staatsarchiv St.Gallen)

 Am Häftlibach zwischen dem Weiler Farb und der Schulstrasse stand offenbar ehedem ein Fabrikgebäude, wo sich offenbar im 19. Jahrhundert eine Teigwarenfabrik befunden hatte. Im bewaldeten Töbeli des Häftlibachs stehen noch heute Mauerreste dieser Fabrik. Im Buch „Mörschwil zwischen Bodensee und St.Gallen“ von Emil Spiess (1976) wird dazu ausgeführt: „In Mörschwil bestand auch eine Teigwarenfabrik. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging der Betrieb ein. Das lange Jahre leerstehende Gebäude geriet in einer ausserordentlich kalten Dezembernacht in Brand. Wegen der durch die Kälte verursachte Wasserknappheit gerieten bei dieser Feuersbrunst Gemeindeammann und Feuerwehrkommandant aneinander. Der Fall hatte ein gerichtliches Nachspiel zur Folge“ (S. 632).

 Die Fabrik nutzte die Wasserkraft des Häftlibachs bzw. des heute noch bestehenden Farbweiers. Wie auf dem detaillierten Situationsplan aus dem Jahr 1899  (vgl. unten) zu erkennen ist, lieferte zudem ein künstlich gestauter Weier, der ungefähr beim heutigen Scheibenstand lag und nicht mit dem Farbweier zu verwechseln ist, zusätzliches Wasser.

Abbildung: Hier kamen die Mörschwiler Hörnli her (Quelle: Wasserrechtskataster, ca. 1899, Staatsarchiv St.Gallen)

Quellen

  • Staatsarchiv St.Gallen. Signatur: ZMH 45/005. Online.
  • Staatsarchiv St.Gallen. Wasserrechtskataster, ca. 1899.