Müllereigewerbe

Angesichts des in Mörschwil SG bis ins 19. Jahrhundert verbreiteten Getreideanbaus (vgl. Wandel der Kulturlandschaft) erstaunt es nicht, dass hier mehrere Mühlen in Betrieb standen. Die heute noch verwendeten Ortsnamen Lochmüli, Meggenmüli und Müllerholz sowie die teilweise noch lokalisierbaren Mühlen im Steinachtobel (Obere Tobelmühle, Untere Tobelmühle) legen davon Zeugnis ab. "Die Mühli zuo Meckhenhauss, die Muhli im Under Tobel, [und] die Muhli im Ober Tobel" sind schon in einer Urkunde aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erwähnt (Stiftsarchiv, Band 1211, S. 1016), Belege gibt es sogar schon aus dem späten 16. Jahrhundert.

Dass den Mühlen in Mörschwil SG früher eine grosse Bedeutung im lokalen Gewerbe zukam, belegen weitere Ortsnamen: Mülleracker † (1802), Mülibach † (1802), Mülweg † (1802, Acker!), Müllerweid † (1802), Müllerwis † (1802).

Im 19. Jahrhundert setzte dann - bedingt durch technische Neuerungen und einen entsprechenden Investitionsdruck - ein harter Konzentrationsprozess im Müllereigewerbe ein, dem sich auch Mörschwils Mühlen nicht entziehen konnten.....

Abbildung: Mühlstein im Oberdorf (Eigenes Foto)

Quellen

  • Ehrat, J. N. (1781). Lehenbuch der Gemeind Mörschwil. Band 52. [Landkarten]. Massstab ca. 1:4'000
  • Helvetischer Kataster (1802). Gemeinde Mörschwil.
  • LSG (2005). Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Frauenfeld: Huber
  • Nyffenegger, E. & Graf, M. (2007). Thurgauer Namenbuch. Die Flurnamen des Kantons Thurgau. Frauenfeld: Huber
  • Politische Gemeinde Mörschwil (1991). Mörschwil, wie es noch ist, und wie es war.
  • Spiess, E. (1976). Mörschwil zwischen Bodensee und St.Gallen. Ein Dorf im Strom der Zeit 760 – 1900. 2 Bände. Politische Gemeinde Mörschwil (Hrsg.)