Hochäcker

Wenn Sie Mörschwil SG kennen, haben Sie sich vielleicht über die manchmal eigenartig gewellte Landschaft gewundert (siehe Abbildung unten). Dabei handelt es sich nicht etwa um ein geologisches Phänomen, sondern hier manifestieren sich Reste der früher weit verbreiteten Hochäcker (auch Wölbäcker genannt). Ein Hinweis auf solche Hochäcker liefert auch das Flurnamenmaterial der Gemeinde Mörschwil SG mit dem 1802 erwähnten Bugglet Baumacker.

Abbildung: Hochackerstruktur bei Reggenschwil (eigenes Foto).

 Wölbäcker entstanden im Mittelalter durch die Verwendung von nicht wendbaren Pflugscharen, die das Erdreich nur in eine Richtung umlegen konnten. Durch langjähriges Pflügen in der gleichen Weise erhöhte sich die Ackermitte im Vergleich zu den Ackerrändern, mit Scheitelhöhen von bis zu einem Meter. Solche Hochäcker wurden von unseren Vorfahren wohl deshalb angelegt, weil feuchte Böden entwässert werden konnten und sich damit für den Getreideanbau besser eigneten; ein Vorteil der Hochackerstruktur liegt zudem darin, dass damit die Grenzziehungen sichtbar wurden. Die Hochäcker waren gleichzeitig Langäcker von geringer Breite, aber erheblicher Länge (vergleiche Abbildung unten). Der Grund dafür liegt darin, dass der Bauer sein Ochsengespann bei einer solchen Parzellenform seltener wenden musste als bei einem quadratischen Acker gleicher Fläche.

Abbildung: Entstehung von Hochäckern (Quelle: Wikipedia "Wölbacker")