Häusliche Arbeit

Die Ortsnamen geben uns sogar gelegentlich einen Einblick in das häusliche Leben von früher. Ein Beispiel ist der Flurname Wüsch......


Wäsche waschen

In der Nähe des Weilers Büel nördlich vom Chesselbach findet sich der Flurname Im Wüesch (oder Im Wüsch). Der Flurname verweist auf eine ausserordentlich strenge Tätigkeit der haushaltführenden Frauen. Gewaschen wurde die Wäsche zwar deutlich seltener als heute, in ländlichen Gegenden nämlich oft nur zwei bis vier Mal im Jahr (und das noch bis ins 20. Jahrhundert)! Allerdings verfügten die Haushalte damals noch nicht über Waschmaschinen und Tumbler... Stattdessen war Handarbeit angesagt.

Im Wesentlichen gab es zwei Methoden zum Waschen der Wäsche:

  1. Entweder wurde die Tätigkeit an einem meist kollektiv genutzten Waschplatz verrichtet, mit kalkarmem Wasser und unter Einsatz von Seife. Als Waschplatz kamen See- oder Flussufer oder - wie im Fall von Wüsch in Mörschwil SG - Bäche mit einigermassen weichem Wasser in Frage. Ab 1820 kam dann das kostengünstige Bleichsoda auf, das das Waschen auch mit hartem Brunnen- und Quellwasser erlaubte. Die Wäsche wurde zuerst eingeseift, dann geknetet, gerieben und geschlagen, und schliesslich gespült.
  2. Die zweite Methode war das Sechten, eine Waschmethode, die auch zu Hause oder im Waschhaus und unabhängig von der Wasserhärte erfolgen konnte. In einem grossen Kessel wurde die Wäsche immer wieder mit Aschenlauge übergossen, und zwar mit immer heisserer Lauge, um sie vom Schmutz zu reinigen. Anschliessend wurde sie ausgewaschen und geläutert. Der Waschvorgang konnte durchaus einige Tage dauern....

Abbildung: Waschtag (Quelle: Verein für Orts- und Heimatkunde Attendorn, Online)

Quellen